Die Kirchen von Lend-Embach: Kapellen im Ort

Vom ursprünglichen Standplatz wird die Arzhofkapelle 1898 an die Straße unterhalb des Kirchbühels verlegt.

Sie enthält das Bild „Maria vom Guten Rat“. Die Sebastianikapelle in Klammstein erinnert an den Absturz des Probstes Pabo von Berchtesgaden. Sie enthält barocke Statuen aus dem 18. Jahrhundert.

Familienkapelle, Taufstein (links) und Altar mit Altarblatt „Hl. Familie“ (1675), J. F. Pereth zugeschrieben; Altaraufbau mit Joachim und Anna von P. Schmid (1761)Die Arzhofkapelle

Ursprünglich stand sie beim „Erzhof“, der von der Gewerkenfamilie Weitmoser erbauten Schmelzhütte an der Gasteiner Ache. 1898 wurde sie an die Straße unterhalb des Kirchbühels verlegt. Sie enthält ein Bild „Maria vom Guten Rat“ (1761). Die lateinische Aufschrift bedeutet: „Hier wird verehrt die Patronin des Schmelzwerkes in Lend“.

Die Sebastianikapelle in Klammstein

Sie erinnert an den Absturz des Propstes Pabo von Berchtesgaden in die Gasteiner Ache am 20. Jänner 1212. Die an der alten Klammstraße liegende Kapelle wurde nach dem Neubau der Straße auf der Gasteiner Seite des Tunnels neu aufgebaut und ist eine beliebte Autofahrer-Kapelle. Sie enthält die barocken Statuen (18. Jahrhundert) der heiligen Sebastian, Antonius und Judas Thaddäus.

Künstler der Kirchen von Lend-Embach

Petrus Schmid (1737–1787)
Er wohnte in Niedernsill (später Mittersill) und schuf viele Kircheneinrichtungen im Ober- und Unterpinzgau. Die Pfarrkirche Lend gehört zu seinen ersten Aufträgen – mit 24 Jahren. Eines seiner Meisterwerke ist die Pietà aus Steinguss in Maria Elend. Petrus Schmid starb 1787 bei der Überquerung des Felbertauerns in einem Schneesturm.

Virgil Groder (1856–1924)
Geboren in Kals, lebte er ebenfalls in Mittersill und war um 1900 ein beliebter Kirchenmaler. Er schuf die Deckengemälde in Lend und Embach. Sein Sohn Ferdinand Groder wurde Priester und war 1932-1938 Pfarrer in Lend.

Gustav Resatz (1903–1962)
Er stammte aus Wien und wirkte als Steinbildhauer, Holz- und Elfenbeinschnitzer. Als Künstler unterstützte er den Nationalsozialismus. Zu Kriegsende verlor er sein ganzes Hab und Gut. Um 1950 fand er in Pfr. Tomaschek einen Förderer und gestaltete viele Kunstwerke in Kirche und Friedhof Lend. Resatz starb 1962 in Piesendorf.